Was ist Osteopathie?

Seit Jahren gewinnt die Osteopathie mehr und mehr an Bedeutung im deutschen Gesundheitswesen.
Die Lehre der osteopathischen Medizin hat eine über hundertjährige Tradition und geht zurück auf A. Taylor-Still, dem Begründer der Idee einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen. Still‘s „Osteopatische Theorie“ geht davon aus, dass der Körper eine Funktionseinheit bildet – Störungen in einem Bereich des Körpers wirken sich auf andere Bereiche aus.

Unser Organismus ist in der Lage viele körperliche Probleme lange ohne Symptome auszugleichen. Ist jedoch seine Fähigkeit diese zu kompensieren erschöpft, reicht eine kleine Belastung, eine anscheinend unbedeutende Bewegung, ein alltäglicher seelischer Konflikt oder eine Stresssituation um Beschwerden auszulösen.

An der Stelle kommt der Osteopath und versucht die Funktionsstörungen, z.B. Bewegungseinschränkungen, Gewebeveränderungen, Schmerz, altersbedingte Fehlhaltungen aufzuspüren und fast ausschließlich mit den eigenen Händen zu behandeln.

Osteophatische Behandlung setzt fundiertes Wissen in den Bereichen Anatomie, Physiologie, Pathologie, Biomechanik, Embriologie und weiteres medizinisches Fachwissen voraus. Deshalb dauert die Ausbildung zum Osteopathen 5 Jahre. Kommunikation, Einfühlungsvermögen und Achtsamkeit dem Patienten gegenüber sind grundlegende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Therapie.

Ein guter Osteopath motiviert und bestärkt den Patienten in seiner Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, damit die körperlichen Ressourcen aktiviert werden können, um die umfassende Gesundheit zu erlangen.

Osteopathie ergänzt sinnvoll die Schulmedizin. Eine zunehmende Kooperationen zwischen Medizinern und Ostheopathen wird immer wichtiger, um den Patienten ganzheitlich zu behandeln.

Die Grundprinzipien der osteopathischen Medizin:

  • der menschliche Körper ist eine Funktionseinheit
  • die Funktion bestimmt die Körperstruktur und umgekehrt
  • der Körper besitzt die Fähigkeit sich selbst zu regulieren und zu heilen

Abhängig von der Betrachtung anatomischer Strukturen wird die Osteopathie in drei Bereiche aufgeteilt:

Die parietale Osteopathie

Die parietale Osteopathie bezieht sich auf die Gelenke, die Wirbelsäule, die Muskulatur, das Bindegewebe und die Faszien.

Die viszerale Osteopathie

Die viszerale Osteopathie behandelt die inneren Organe, deren bindegewebige Aufhängungen und deren gegenseitige Wirkungen.

Die cranio-sacrale Osteopathie

Die cranio-sacrale Osteopathie befasst sich mit dem Gehirn, seinen Strukturen, eigenen Rythmen und dem Kreuzbein

Osteopathie kann in allen medizinischen Bereichen Anwendung finden, wo funktionelle Störungen Ursache für Beschwerden sind.

Störungen des Bewegungsapparates

  • Rückenschmerzen
  • Gelenkbeschwerden
  • Traumata
  • Sportverletzungen
  • chronische Erkrankungen
    • Arthrosen
    • Rheuma
    • altersbedingte Beschwerden
  • Prävention

Störungen der inneren Organe

  • Magen
    • Reflux
    • Sodbrennen
    • Hernien
  • Darmtrakt
    • Obstipationen
    • Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Leber
  • gynäkologische und urologische Beschwerden

Craniale Dysfunktionen

  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Neuralgien
  • Störungen der Kiefergelenke
  • Tinitus
  • Schwindel
  • Sinusitis/Otitis